077 – Warum dein Kind sich außerhalb der Familie anders verhält als zu Hause
Shownotes
Viele Kinder verhalten sich zu Hause ganz anders als im Kindergarten, in der Schule oder bei anderen Bezugspersonen.
Manche halten sich den ganzen Tag zusammen und entladen ihre Gefühle erst in der Sicherheit der Familie. Andere wirken zu Hause ausgeglichen und geraten vor allem außerhalb der Familie an ihre Grenzen.
In dieser Folge erfährst du:
- warum Kinder sich in unterschiedlichen Umgebungen unterschiedlich verhalten
- weshalb starke Gefühle zu Hause nicht automatisch bedeuten, dass du etwas falsch machst
- warum manche Kinder vor allem in Kindergarten oder Schule auffällig werden
- welche Rolle Überforderung, Anpassung und Sicherheit dabei spielen können
- wie ein verständnisvollerer Blick auf das Verhalten deines Kindes helfen kann
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Transkript anzeigen
00:00:00: Wenn dein Kind zu Hause ganz anders ist als im Kindergarten oder in der Schule, dann hat das meistens einen guten Grund.
00:00:08: Und genau den schauen wir uns gleich an!
00:00:34: Mein Name ist Lena Frank und als Mama-Coach helfe ich dir dabei, dich auch an der Seite eines sensiblen und emotionsgeladenen Kindes gelassen und selbstsicher zu fühlen.
00:00:45: So dass du das Mama sein auch wirklich genießen kannst!
00:00:57: Ja vielleicht kennst du das?
00:00:59: Dein Kind fügt sich im Kindergarten oder in der Schule perfekt ein.
00:01:04: die Erzieher sind begeistert alles ist total unauffällig Und Zuhause hast Du das Gefühl Es entlädt sich alles bei dir.
00:01:16: Nicht bei Opa und Oma, da läuft es auch sondern wirklich bei dir.
00:01:22: oder vielleicht kennst du auch genau das Gegenteil.
00:01:25: Zu Hause ist es eigentlich ganz entspannt mit deinem Kind Und dann hörst du aus der Schule oder dem Kindergarten dass dein Kind sich dort auffällig verhält Vielleicht unruhig wütend ist oder sich komplett zurückzieht und beides kann sich ziemlich verunsichernd anfühlen.
00:01:46: Weil man sich oft automatisch fragt, warum ist mein Kind ausgerechnet bei mir so?
00:01:53: Und warum ist es in der Schule oder im Kindergarten ganz anders?
00:01:57: und was sagt das jetzt über mich aus oder über meinen kind?
00:02:03: bin ich überhaupt eine gute mutter?
00:02:07: habe ich irgendwas falsch gemacht?
00:02:09: ist mit meinem kind irgendetwas nicht in ordnung?
00:02:12: Habe ich da irgendwas übersehen?
00:02:14: Hätte ich da irgendetwas anders machen sollen, anders mit ihm umgehen sollen.
00:02:19: Ja wenn ein Kind vor allem zu Hause so starke Reaktionen zeigt dann hat das oft damit zu tun dass es sich draußen wirklich sehr zusammen nimmt.
00:02:32: Es strengt sich sehr an also im Kindergarten in der Schule bei anderen Familien Zuhause Mit Oma und Opa.
00:02:43: Da gibt es viele Anforderungen.
00:02:46: Sich an Regeln halten, sich anpassen Reize verarbeiten Mit anderen Kindern klarkommen und das kostet unglaublich viel Kraft.
00:02:58: Diese Selbstkontrolle die sie da aufbringen müssen ist einfach nicht unendlich.
00:03:04: Das heißt irgendwann ist sie aufgebraucht Und wenn dein Kind dann nach Hause kommt an einen Ort an dem es sich wirklich sicher und geborgen fühlt Wo es weiß, es wird nichts Schlimmes passieren.
00:03:18: Wenn ich jetzt loslasse, dann fällt diese Spannung weg und all das was vorher gehalten wurde kommt raus.
00:03:28: Manchmal ist es sogar schon noch im Kindergarten beim Abholen dass das Kind auf einmal in Tränen ausbricht und nicht mehr mitmacht.
00:03:40: gerade eben hat's noch freulich mit den Kindern gespielt und sobald Mama da ist kommt so ein Gefühlsausbruch.
00:03:50: Und das ist erst mal überhaupt nichts Schlechtes, es ist eher ein Zeichen davon dass dein Kind bei dir genug Sicherheit hat um sich nicht mehr zusammenreißen zu müssen.
00:04:02: aber mal ganz ehrlich das heißt nicht dass es für dich leicht ist weil du bist da diejenige die das dann auffangen muss.
00:04:12: und wenn das regelmäßig passiert kann das unglaublich anstrengend sein.
00:04:18: Und dann gibt es auch noch diese andere Richtung.
00:04:21: Kinder, die draußen außerhalb von zu Hause als weg vom Mama auffällig sind und zuhause eher ruhig und unproblematisch da ist das dann oft eher so dass draußen einfach zu viel ist zu laut zu viele Reize zu viele Anforderungen Zu wenig Möglichkeit sich zurückzuziehen oder sich so zu zeigen wie man gerade ist.
00:04:49: Und dann reagiert ein Kind dort mit dem, was dann als auffällig beschrieben wird.
00:04:54: Also dein Kind hat nicht wie in dem anderen Fall beschrieben diesen Mechanismus oder dieses Verhaltensmuster dass es sich mit ganz viel Anstrengung noch zusammenreißen kann sondern Es zeigt quasi schon vor Ort Symptome Dass das einfach damit überfordert überlastet ist.
00:05:17: und dann reagiert dein Kind dort mit dem, was man gemeinhin als auffällig bezeichnet.
00:05:24: Und zu Hause kann es dann wieder runterfahren weil Es dort in der vertrauten Umgebung ist, weil da weniger Druck Da ist und weil das sich eben nicht so sehr anpassen muss.
00:05:40: Ja und wenn man sich beide Fälle so nebeneinander anschaut Dann verschiebt sich der Blick vielleicht ein bisschen.
00:05:49: Es geht nicht um die Frage, warum ist mein Kind so schwierig?
00:05:53: Oder mache ich irgendwas als Mama falsch.
00:05:58: Sondern dann kann man sich eher fragen ... Wo muss mein Kind sich zusammennehmen und wo kann es loslassen?
00:06:07: Was sind sozusagen die belastenden Faktoren für meinen Kind?
00:06:11: Wo reist das sich mit ganz viel Kraft zusammen?
00:06:15: Wo lässt es das Allzymptom heraus?
00:06:19: Und das ist eben von Kind zu Kind unterschiedlich.
00:06:22: Es gibt natürlich auch die Kinder, die sich immer unauffällig verhalten.
00:06:25: Für sie ist es wahrscheinlich nicht so überfordernd.
00:06:29: Die sind also die Kinder sind halt einfach unterschiedlich.
00:06:34: Ja und diese dieses einordnen des Verhaltens ohne es sofort zu bewerten Das hilft oft schon ein großes stück weiter.
00:06:46: und ja wenn du dich fragst was bedeutet dass jetzt konkret für mich im Alltag Wenn dein Kind vor allem zu Hause diese starken Reaktionen zeigt, kann es hilfreich sein den Übergang ein bisschen bewusster zu gestalten.
00:07:02: Also nicht erst das Beste zu hoffen und ja zu warten bis es eskaliert sondern vielleicht schon vorher überlegen wie kommt mein Kind gleich nachhause?
00:07:13: was hat es dann schon alles erlebt?
00:07:14: Wie geht's ihm dann wohl?
00:07:16: Wie könnte ich es unterstützen dabei sich zu regulieren?
00:07:22: Also vielen Kindern hilft es erst mal runter kommen zu dürfen, ohne gleich wieder funktionieren zu müssen.
00:07:30: Vielleicht ja Schulkinder, dass sie erstmal in ihr Zimmer gehen und Lego oder Playmobil oder was auch immer erst einmal spielen können bevor Sie dann irgendwas in der Familie leisten müssen und vor allem bevor Sie sich an die Hausaufgaben setzen müssen.
00:07:50: Und ja, bei Kindergartenkindern insbesondere bei denen wo es gleich schon im Kindergaten beim Abholen eskaliert ist es schwieriger.
00:07:59: Aber auch hier kann man überlegen gibt das denn einen Spielraum?
00:08:03: Hilft das dann zum Beispiel zu sagen Ja wenn Mama da ist, dann nehm ich dir wirklich alles ab Dann zieh ich dir die Schuhe an, dann bummute ich dich, dann nehme ich dich erst mal in den Arm Geh erstmal in die Verbindung bevor ich irgendwas verlange.
00:08:22: Vielleicht ist das Kind auch immer hungrig und du hast irgendwie ein paar aufgeschnittene Äpfelchen dabei oder so, ihr könnt mal überlegen was es ist, was diesem einen kind helfen könnte.
00:08:35: vielleicht hat es auch Bewegungstrang der nicht ausgeliebt werden konnte und ihr geht als allererstes in den Park oder auf dem Spielplatz nebenan dass es mal alles rauslassen kann.
00:08:47: Ja, wie gesagt es gibt keine pauschalen Tipp für alle.
00:08:52: Da muss man von Kind zu Kind gucken und du kennst ja dein Kind am allerbesten.
00:08:58: Aber dieser Blick dass da eine Überforderung ist das dann zusammenreißen ist Dass da.
00:09:05: diese Erleichterung ist wenn Mama kommt der hilft auch nach einer Lösung zu suchen Und Zu der Lösung gehört aber auch darüber nachzudenken was brauchst Du eigentlich damit dich diese Entladungen nicht jeden Tag komplett überrollen.
00:09:26: Ja, das kann auch völlig unterschiedlich aussehen aber vielleicht gehst du dein Kind abholen aus dem Kindergarten und gehst eine Viertelstunde länger spazieren, damit du so ne Pause oder so ein Übergang für dich hast und bereitest dich innerlich drauf vor sagst dir selbst es ist okay ich möchte jetzt für mein Kind da sein Es darf alles bei mir rauslassen.
00:09:52: Es gibt da auch so viele individuelle Wege, kannst mal überlegen was würde dir gut tun?
00:09:59: Was würde dir helfen damit du das überhaupt aushalten kannst?
00:10:06: diese Emotionen immer abkriegen zu müssen sag ich mal und ja wenn dein Kind eher draußen die Schwierigkeiten hat dann geht es oft weniger darum Zu Hause etwas zu verändern, sondern eher darum zu überlegen Was ist dort eigentlich gerade so viel oder so schwierig für dein Kind?
00:10:28: Wo ist es überfordert?
00:10:30: was fällt ihm so schwer?
00:10:32: und manchmal hilft es dann gemeinsam mit den Erzieherinnen oder Lehrern hinzuschauen Und versuchen gemeinsam zu verstehen.
00:10:42: Was passiert da eigentlich?
00:10:45: Was braucht das Kind eigentlich?
00:10:47: Natürlich hilft es auch bei der anderen Variante, wo das Kind sich außerhalb noch zusammenreißt und sich dann zu Hause entleht.
00:10:54: Es ist vielleicht gar nicht schlecht für die Einrichtung zu wissen dass das der Fall ist.
00:10:59: ja Ja also was mir ganz wichtig ist Ist der Fakt Dass es nicht darum geht Was stimmt nicht mit dir als Mutter wie du mit deinem Kind umgehst.
00:11:14: Was stimmt nicht mit dem Kind?
00:11:15: Was ist mit ihm los, dass es sich so verhält?
00:11:20: Sondern es geht darum zu verstehen, welchen Bedingungen dein Kind sich anpassen muss und unter welchen Bedingungen es loslassen kann.
00:11:30: also wie ist das genau bei deinem kind Und genau zur jetzigen Zeit?
00:11:36: Das kann ja sein, dass in der ersten Klasse dein Kind mit einigen Dinge in der Schule noch überfordert ist Und das ist immer auch für der Entwicklung einfacher wird.
00:11:46: Aber jetzt gerade, was ist jetzt gerade noch schwierig für das Kind?
00:11:49: Wo muss es sich noch eingewöhnen?
00:11:52: und ja... Was könnte ihm helfen?
00:11:58: Und was bedeutet das für euch beide und euren gemeinsamen Alltag?
00:12:05: Ja oft reicht das dann schon um etwas Druck rauszunehmen.
00:12:10: Manchmal merkt man aber auch dass man als Mama trotzdem an die eigenen Grenzen kommt.
00:12:19: Und ja, dann kann es sein... Dass es sinnvoll ist einmal genauer dahin zu schauen was ganz konkret bei euch los ist bei deinem Kind und bei dir Was jeweils die dahinter liegenden Bedürfnisse sind und in denen zu sammeln was da vielleicht helfen könnte.
00:12:44: Da stehe ich dir als Mama-Coach auf Wunsch natürlich gerne beiseite.
00:12:49: Du kannst dich gerne in den Show notes informieren über das Kennenlernen Coaching, dass ich im Moment noch bis zum vierzehnten Juni Anbiete für Mamas die einen einmaligen Termin einfach mal ausprobieren möchten und das gilt natürlich nicht nur gerade besprochene Situation, aber es könnte ein Thema für diese Sitzung sein.
00:13:22: Okay!
00:13:24: Also vielen Dank fürs Zuhören und wenn du magst dann hören wir uns in der nächsten Folge wieder.
00:13:30: Ciao.
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